Mitarbeiterführung könnte so einfach sein…

Was hat Mitarbeiterführung mit Paartanz zu tun? Eine etwas andere Betrachtung der alltäglichen Herausforderung…

Einige wissen es vielleicht schon - ich liebe das Tanzen. Genauer gesagt, den Paartanz - und da eigentlich alles: Standard, Latein, Discofox… Aber meine große Leidenschaft gehört den Tänzen der Karibik - Salsa, Merengue, Bachata. Als ich das letzte Mal tanzend unterwegs war ist mir, natürlich in Assoziation mit unserer Arbeit und den Führungskräften, die wir oft begleiten, etwas aufgefallen:

Ein Tanz ist ohne Führung nicht möglich.

Und ein Tanz von zwei Menschen (für gewöhnlich Mann und Frau) ergibt erst das vollkommene Bild von Harmonie, Ausdruckskraft und Leichtigkeit, wenn (in dem Fall) der Mann die Kunst der Führung beherrscht und (in dem Fall) die Dame die Kunst des Folgens. Beide Aspekte setzen ein hohes Maß an Verantwortung und Vertrauen voraus.

Beim Paartanz sagt man so schön...

"Wenn die Frau das Kompliment bekommt, hat der Mann ganze Arbeit geleistet".

Ein Mann der führt, ist in der Lage, eine Beziehung zur Partnerin aufzubauen, sich voll auf sie einzustellen, ihr Vertrauen zu gewinnen und es vor allem in Ehren zu halten. Er kennt den Weg und die Schritte, weiß, was zu tun ist und kommuniziert durch Impulse mit seiner Partnerin. Er ist flexibel, wenn sich unerwartet andere Paare in den "Weg stellen", führt seine Partnerin an den "Hindernissen" vorbei (oder hindurch) und verliert dennoch das große Ganze nicht aus dem Blick. Und das allerwichtigste:

Der Mann führt nicht mit dem Verstand sondern mit dem Herzen - mit dem Gefühl.

Eine Frau, die folgt, ist in der Lage, die Beziehung zum Partner einzugehen und ihm ihr Vertrauen zu schenken. Sie vertraut darauf, dass er weiß, was zu tun ist - weil sie es fühlt - nicht weil er es ihr sagt. Durch ihre Offenheit kann sie die Impulse des Partners wahrnehmen und entsprechend reagieren. Auch das funktioniert nicht, wenn sie ausschließlich verstandesgemäß unterwegs ist. 

Beide begegnen sich auf Augenhöhe - sie sind gleichermaßen wichtig, um den Tanz gelingen zu lassen.

Der Mann bildet den Rahmen, er legt die "Eckpunkte" fest. Die Frau ist das Gemälde, sie ist sozusagen die "Umsetzung" des Kunstwerks. Klingt poetisch, oder?

Seht ihr schon die Parallelen zu Führungskraft und Mitarbeiter? Lassen wir die Geschlechterverteilung mal außen vor. Denn auch hier geht es um einen der führt, der ein Ziel hat, den Rahmen festlegt und den Weg bestimmt. Und auch hier gibt es jemanden, der folgt, der die Dinge "umsetzt" - der am Ende das Unternehmen gut aussehen lässt, erfolgreich macht.

Betrachtet man die oben beschriebenen Aspekte eines gelungenen Tanzes, ist es denkbar einfach, diese auf die Führung von Mitarbeitern zu übertragen. Nur leider scheinen viele Führungskräfte in diesem Rahmen den Bildschirm ein- und das Gefühl für ihr Gegenüber auszuschalten. Und schon fehlt die Wahrnehmung, der Beziehungsaufbau, das Vertrauen, die zielführende Kommunikation, die Offenheit, die Flexibilität. Und dann wundert man sich, dass es nicht funktioniert.

  • Das die Mitarbeiter den Anweisungen nicht folgen.
  • Dass sie machen was sie wollen.
  • Dass die Ziele nicht erreicht werden.

Und dann werden am Ende ebenso verstandesgemäße Unternehmensberater engagiert.

Die Lösung liegt auf der Hand

- schaut euch um und seht, wo uns der Verstand hingebracht hat. Ich denke, es ist an der Zeit, die Dinge wieder mit dem Herzen zu betrachten (im übertragenen Sinne, denn das klingt schon recht säuselich). Und an alle Führungskräfte da draußen: Ich weiß aus der Erfahrung in der Arbeit mit euch, ihr habt Gefühle. Es wird Zeit, sie zuzugeben. Dann wird die Führungsarbeit zum gelungenen Abschlusstanz.

Führung einfach