Wie viel Rat braucht ein Mensch wirklich?

Tausende Berater sind in Deutschland tätig und unzählige Ratgeber sind Schwarz auf Weiß erhältlich. Wie Wertvoll ist ein solcher Rat wirklich?

Betrachten wir nur einmal das Wort "Rat" an sich fällt auf, dass "raten" nicht weit entfernt liegt. Die Wahrscheinlichkeit, dass richtig ge-RAT-en wurde, liegt immer etwa bei 50%. Wir als NLPler würden sagen, dass ein Rat immer nur aus Sicht desjenigen zu 100% wahr sein kann, der ihn gibt.

Sollte man also, wenn auch "gut gemeinten", Ratschlägen immer folgen?

Bei fachlichen Themen ist es sicherlich klug, fachkompetenten Rat in Anspruch zu nehmen und dem zu folgen. Wenn ich mich z.B. nicht mit Autos auskenne, bin ich darauf angewiesen, dem Werkstattmeister dahingehend zu vertrauen, dass ich einen wirklich kompetenten Berater vor mir habe. Doch es bleibt ein Restrisiko: Hat er sich geirrt, kann "guter" Rat teuer werden. 

Wie sieht es jedoch aus bei Fragen, die die eigene Lebensgestaltung betreffen oder den Umgang mit anderen Menschen?

Fragen, wie man als Führungskraft am besten führt und wie man als Unternehmer wirklich erfolgreich ist oder wird? Fragen, wie eine glückliche Beziehung funktioniert oder Kindererziehung einfach gelingt? Wo finden wir bei diesen Themen wirklich guten Rat?

Eine Frauenzeitschrift kam auf die Idee,

...ihren Leserinnen zu raten, sich nicht so viele Gedanken zu machen. Dieser Aspekt wird ja häufiger des Frauen zugeschrieben. Gut. Nur mal angenommen, Frau würde einfach nicht (mehr so viel) denken; Abschalten zu können ist ja grundsätzlich eine tolle Sache. Nur, ist die Ursache der Gedanken geklärt? Die Fragen bleiben. Abschalten ermöglicht Abstand und den Prozess im Anschluss auch aus einer neuen Perspektive betrachten zu können. Die Lösung ist es nicht. Der Ansatz dieses Rates ist positiv und macht Sinn. Es ist leider nur die halbe Wahrheit. 50%.

Ich halte Ratschläge, gerade die eigene Person betreffend, für wenig wirksam.

Im Extremfall können sie bei Beratenen zu noch mehr Frust und Verzweiflung führen. Gerade durch ungebetene Ratschläge wird man daran erinnert, einfach nicht in der Lage zu sein die Dinge selbst auf die Reihe zu bekommen. In solchen Momenten sind Ratschläge genau das, was der Wortlaut hergibt: Geratene Schläge, die keiner braucht.

Was es braucht, sind Lösungen.

Ich habe einen Vorschlag (vielleicht sogar mehrere): Denke nicht weniger, denke konstruktiv. Mach dir bewusst, was die Ursachen sind und dann beginne, in Lösungen zu denken. Ein wichtiger Punkt an dieser Stelle ist darauf zu vertrauen, dass du die besten Lösungen für all die Fragen deines Lebens schon in dir trägst. Du hast sie nur noch nicht entdeckt.

Richte deinen Blick auf dich und weg von anderen!

Deine beste Lösung kann es da draußen nicht geben, denn es geht ja hier um dein Leben und das ist immer anders als das eines anderen. Die richtige Lösung eines anderen muss also nicht automatisch auch für dich und dein Leben passend sein. Finde lieber Menschen, die dich begleiten und an der richtigen Stelle die richtigen Fragen stellen sodass du aus dir selbst heraus zu deiner Antwort gelangen kannst. Im besten Fall sind das auch noch Menschen, die dich so sein lassen, wie du bist, dir auf Augenhöhe begegnen und wirklich hinhören, bevor sie anfangen zu sprechen.

Suche nicht nach DER besten Glücksstrategie oder DEM Erfolgsplan.

Aus meiner Sicht gibt es diese nicht. Die Lösung bist du, mit all den Fähigkeiten und Ressourcen, die bereits in dir stecken.

Frage dich, 

  • Was genau soll sich verbessern?
  • Was kannst du dazu beitragen, dass es jetzt sofort anders sein könnte?
  • Wovon müsstest du im Vergleich zu heute überzeugt sein sodass es anders und somit besser wäre?
  • Wer müsstest du heute sein, um morgen anders zu leben?
  • Was hindert dich daran jetzt schon so zu sein?

Du siehst schon, einfach pauschal zu sagen hör auf zu denken und dann ist deine Welt in Ordnung ist einfach zu wenig.

Für mich hat sich bewährt, ehrlich zu mir selbst zu sein und davon auszugehen, dass ich alles was gerade ist, egal ob toll oder nicht, selbst mit organisiert und so beeinflusst habe. Das macht es nicht immer unmittelbar leichter, doch ich weiß, dass ich die Verantwortung selbst trage und somit auch die Zukunft selbst gestalten kann. Wenn ich lediglich darauf warte, dass die Lösung von irgendwoher auf mich zukommt, kann ich nicht aktiv mein Leben bestimmen.

Das ist es jedoch worum es uns geht, oder?

Ein Leben, für das wir uns bewusst entschieden haben - weil wir es genauso wollten.